FDP begrüßt Vorstoß für Spanisch als zweite Fremdsprache

Neuwied – Der FDP Kreisverband Neuwied unterstützt den Vorstoß, Spanisch als zweite Fremdsprache an rheinland-pfälzischen Schulen anzubieten. Damit schließen sich die Liberalen einem Parteitagsbeschuss des FDP-Bezirksverbands Rheinhessen-Vorderpfalz an. Das Vorhaben soll Teil des Wahlprogramms der Freien Demokraten für die Landtagswahl 2021 werden.

 

Der Parteitagsbeschluss in Rheinhessen-Vorderpfalz kam auf Antrag der FDPBildungsexpertin Helga Lerch zu Stande, die seit Jahren dafür kämpft, Spanisch als Option für die zweite Fremdsprache zu erlauben. „Es geht nicht darum, Französisch oder Latein als zweite Fremdsprache zu ersetzen, sondern lediglich eine weitere Option anzubieten. Damit können wir das Bildungsangebot für die Schülerinnen und Schüler in unserem Land aufwerten“, erklärte der FDP-Kreisvorsitzende Alexander Buda.

Die Einführung von Spanisch-Unterricht sei auch mit Blick auf die zunehmende Globalisierung wichtig. „Unsere Kinder“, so Buda, „wachsen heutzutage in einer internationalen Welt auf.“ Spanisch sei inzwischen noch vor Englisch die zweitmeistgesprochene Sprache der Welt. Auf Platz 1 liegt weiterhin Mandarin. In rund 30 Ländern, darunter gerade auch in Südamerika, sei Spanisch die Landessprache. Weltweit gebe es inzwischen rund 523 Millionen Muttersprachler.

In 13 von 16 Bundesländern werde heute schon Spanisch-Unterricht angeboten. Dieser Umstand führt Buda auch noch zu einem anderen Aspekt: „Es kommt nicht selten vor, dass Kinder, zum Beispiel wegen eines Umzugs ihrer Familien, von einem anderen Bundesland nach Rheinland-Pfalz ziehen und an eine hiesige Schule wechseln. Wenn diese Kinder vorher Spanisch als zweite Fremdsprache erlernt haben, wird ihnen der Übergang unnötig erschwert, weil als zweite Fremdsprache in Rheinland-Pfalz eben nicht Spanisch, sondern nur Französisch oder Latein angeboten werden.“ Viele Kinder, die eigentlich ein Gymnasium oder IGS besuchen könnten, seien deshalb gezwungen, an eine Realschule plus zu gehen. „Ihre Bildungschancen scheitern also an Ländergrenzen“, macht Buda deutlich. „Das dürfen wir nicht akzeptieren.“

Die Bildung, resümiert Buda, sei das wichtigste Fundament für Wohlstand und damit ein urliberales Kernthema. „Bildung muss immer das Ziel haben, jedes einzelne Kind optimal auf sein Leben in der Zukunft vorzubereiten. Deshalb müssen wir uns immer wieder die Frage stellen, in welcher Welt unsere Kinder später leben werden. Die Bildungspolitik müssen wir daran anpassen, wobei wir den Mut haben müssen, im Angesicht aktueller Entwicklungen neue Wege zu gehen.“