Stadt muss bei Standortwahl aktiv werden

Mit Erdgas heute schon auf Zukunft setzen. Kostensparend, umweltfreundlich, zukunftsorientiert. So wird der Kraftstoff Erdgas beworben. Doch damit ist in Neuwied vorerst Schluss. Durch die Schließung der Selgrosstankstelle im Industriegebiet werden in den nächsten Monaten viele Autos Umwege fahren müssen, denn es gibt in Neuwied keine weitere Tankmöglichkeit für Erdgasbetriebene Fahrzeuge. Die nächsten Tankstellen befinden sich in Koblenz, Mogendorf und am Autohof an der A61.

Nach einem Bericht können die Genehmigungsverfahren für neue Standorte meist mehrere Monate dauern, sodass mit einer schnellen Bereitstellung von Erdgas in Neuwied nicht zu Rechnen ist. Laut Kraftfahrtbundesamt sind derzeit in Deutschland rund 80000  Fahrzeuge registriert. Im Zuge der Verkehrswende wollen die Hersteller als ergänzende Technologie diese Zahl auf zukünftig 1 Mio Fahrzeuge Puschen, um die Klimaziele zu Erreichen. Auch nimmt laut einer Studie bei Verbrauchern das Interesse an Fahrzeugen mit alternativen Antrieben zu. Dennoch liegt die Begründung für eine Diskrepanz zwischen den noch geringen Zulassungszahlen und dem gestiegenen Kaufinteresse sicherlich auch an der unzureichenden Verfügbarkeit der Lade und Betankungsinfrastruktur. Das Vertrauen in alternative Antriebstechnologien kann nur durch ein zuverlässiges, flächendeckendes Netz aufgebaut werden, denn dieses spielt beim Entschluss zum Kauf eines Fahrzeuges mit Alternativen Antrieben wie etwa Hybrid, Erdgas (CNG), Elektro, Wasserstoff  oder Flüssigerdgas ( LNG) eine entscheidende Rolle. Die Stadtverwaltung muss bei der Standortauswahl und den Genehmigungsverfahren für den Ausbau einer zuverlässigen Lade und Tankinfrastruktur jetzt aktiv werden, damit auch in Neuwied eine Technologieoffene Verkehrswende gelingen kann.

 

Ein Leserbrief von Oliver Spielmann, FDP Neuwied