FDP Neuwied ernennt Sabine Henning zur Botschafterin für Frauen in der Politik

Die Zukunft Europas, Handelskonflikte mit den USA und China, Digitalisierung, Bildung – Es gibt aktuell viele Themen, über die man in der Politik schier endlos debattieren könnte. Doch am meisten stritten die Liberalen auf ihrem letzten Bundesparteitag ausgerechnet über die stärkere Einbindung von Frauen in der eigenen Partei und die umstrittenen Zielvereinbarungen. Mit Generalsekretärin Linda Teuteberg, ihrer Vorgängerin Nicola Beer und der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden im Bundestag Katja Suding stehen bundespolitisch schon viele starke Frauen bei den Freien Demokraten an vorderster Front. Doch wie sieht es eigentlich auf Kommunalebene aus? Einen ganz eigenen Weg gehen schon seit Jahren die Liberalen aus dem rheinland-pfälzischen Neuwied.

Vorreiter der liberalen Frauenförderung

„Die Freien Demokraten in Neuwied sind in Sachen Frauenförderung schon seit langem ein Vorreiter“, erklärt der Kreisvorsitzende Alexander Buda stolz. „Unsere letzten drei Abgeordnete waren allesamt starke Frauen, auf Kreisparteitagen werden wir regelmäßig von Frauen für ihre starke Einbindung gelobt und auch die Listen für die Kommunalwahlen haben wir fast paritätisch besetzen können.“ Bereits seit einigen Jahren gäbe es auch in der Bevölkerung einen Wunsch nach mehr Frauen in der Politik. „Wir haben unser Ohr immer nah an der Bevölkerung und müssen solchen Wünschen natürlich gerecht werden, schließlich machen wir Politik für die Bürgerinnen und Bürger.“

Chancengerechtigkeit für jeden

Wenn es um die stärkere Einbindung von Frauen in die Politik geht, haben die Liberalen in Neuwied ein ganz klares Welt- und Menschenbild. „Staatsrechtlich gesehen sind Männer und Frauen nach Art. 3 Abs. 3 des Grundgesetzes gleichberechtigt“, erklärt der Jurist Dr. Tobias Kador, der stellvertretender Kreisvorsitzender der FDP Neuwied ist. „Die verfassungsmäßige Gleichberechtigung von Mann und Frau ist Teil unseres Selbstverständnisses und damit ein zentrales Fundament für unser innerparteiliches Zusammenleben. Jeder Mensch hat bei uns unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Hautfarbe, Religion oder sexueller Orientierung dieselben Chancen.“ Diese Kultur habe sich in den Köpfen der Mitglieder inzwischen festgesetzt und werde daher auch im politischen Alltag gelebt.

Frauen als selbstbewusste Visionärinnen

Die Neuwieder Liberalen seien immer auf der Suche nach neuen Wegen, um noch mehr Frauen für politisches Engagement zu begeistern. Kürzlich erst habe man mit der jungen Sabine Henning eine eigene Botschafterin für Frauen in der Politik installiert. Der etwas sperrige Name kommt nicht von ungefähr, auf eine Frauenbeauftragte wollte man nämlich unbedingt verzichten. „Wer Frauenbeauftragte will, der sieht die Frauen als Opfer und als eine schutzbedürftige Minderheit an, denen man aus eigener Kraft viel zu wenig zutraut. Dieser Opferstatus ist überholt. Unsere Frauen sind selbstbewusste Macherinnen, Visionärinnen und Pionierinnen, die sich aktiv bei uns einbringen und uns voranbringen.“

Sabine Henning, die nach den Worten Budas eine absolute politische Vorzeigefrau sei, macht mit Leib und Seele Politik. „In der Politik kann man unglaublich viel bewegen. Ich bin vor Jahren bei den Freien Demokraten aus Überzeugung für den Liberalismus und ohne jedwede Hintergedanken eingetreten. Inzwischen aber hat mich der Bann gepackt. In der Neuwieder FDP macht mir die Arbeit besonders große Freude, weil ich hier sehr offen und herzlich aufgenommen wurde und man mich von der ersten Sekunde an sehr ernst genommen hat. Wir haben einfach ein fantastisches Miteinander, das unglaublich bereichernd ist.“

Zwangselemente wie Quoten oder Zielvereinbarungen werden kritisch gesehen

Quoten und Zielvereinbarungen sind für die FDP aus Neuwied hingegen keine Alternative. „Die Rufe nach Zwangselementen wie Quoten oder Zielvereinbarungen werden als ultima ratio doch immer erst dann laut, wenn alle vorherigen Maßnahmen zur stärkeren Einbindung von Frauen erfolglos blieben und gescheitert sind“, sagt Dr. Tobias Kador. So weit müsse man es erst gar nicht kommen lassen. Alexander Buda ergänzt: „Wir sind auf einem guten Weg, die Kriterien einer möglichen Quote oder Zielvereinbarung erfüllen wir ohnehin schon, ein solches System wäre für uns also völlig überflüssig.“

„Quoten und Zielvereinbarungen führen auch parteiintern nicht zwangsläufig zu einer gesteigerten Akzeptanz für mehr Frauen in der Politik“, mahnt Sabine Henning. „Im Gegenteil: Wenn sich jede Frau ewig nachsagen lassen muss, dass sie eine Führungsposition maßgeblich aufgrund einer Quote oder Zielvereinbarung erhalten hat, sorgt das innerhalb einer Gemeinschaft für tiefe Gräben und neue Geschlechterkämpfe. Wir wollen völlig geschlechtsunabhängig einzig das Individuum in den Mittelpunkt stellen. Es ist völlig richtig, dass wir seit Jahren bei der Besetzung von Posten einzig auf das liberale Leistungsprinzip setzen. Durch die starke Performance von unseren Frauen in bedeutenden Positionen sind auch die letzten Kritiker inzwischen verstummt.“ Die Kernbotschaft Hennings: „Unsere Frauen sind zu stark für Quoten und Zielvereinbarungen!“

Vielfalt belebt

Politik, resümiert Buda, sei jahrzehntelang eine Männerdomäne gewesen. „Aber diese Zeiten sind längst vorbei.“ Die Neuwieder Liberalen hätten das sehr früh begriffen. „Während andere noch um Strategien und Konzepte ringen, handeln wir schon seit Jahren. Man muss heute neue Wege gehen und kann nicht mehr alles so machen, wie man es in der Politik noch vor 20 Jahren gehandhabt hat.“ Den Kulturwandel habe man größtenteils schon erfolgreich hinter sich gebracht. Trotzdem wünsche man sich in dieser offenen, freien Welt immer noch mehr starke politische Frauen, denn: „Die Vielfalt in unserem Verband empfinden wir als große Stärke für unsere politische Arbeit, deshalb können wir aus eigener Erfahrung sagen: Vielfalt belebt!“

Pressemitteilung FDP Kreisverband Neuwied
Für Rückfragen:

FDP-Kreisverband Neuwied

Alexander Buda | Kreisvorsitzender

T +49 157 5822 3431

M kreisvorsitzender@fdp-neuwied.de