FWG und FDP: Dahl als Kandidat aller Fraktionen vorstellbar

Politik Kritische Töne kommen aus den Reihen der Asbacher Christdemokraten

Asbach. Die Bürgermeisterwahl in der Ortsgemeinde Asbach im kommenden Jahr beschäftigt Bürger und Politiker schon heute. So kündigte der Amtsinhaber Franz-Peter Dahl an, im Falle seiner Kandidatur nicht mehr wie 2014 für die CDU, sondern als unabhängiger Bewerber kandidieren zu wollen. Dies scheint jedoch einigen Funktionären der Christdemokraten wenig zu gefallen. Diese drückten ihren Unmut darüber in einem nun öffentlich gewordenen Mitgliederbrief der Asbacher Union aus. Zudem schießen wilde Spekulationen ins Kraut. So werde Dahl seitens der SPD heftig umworben. Zeichen hierfür sei die Nachnominierung von Wolfgang Krings zum Beigeordneten, mit der erstmals ein Sozialdemokrat in der Asbacher Gemeindeleitung vertreten sei. „Völliger Unsinn, das kann nur behaupten, wer ratsfern ist“, lässt sich Hermann Bernardy, Vorsitzender der FWG/FDP-Fraktion im Rat in einer Mitteilung zitieren.

Franz-Peter Dahl hatte wegen des Beigeordnetenpostens alle Fraktionen zurate gezogen, und jede Partei beziehungsweise Wählergruppe einschließlich der CDU haben Krings das Vertrauen ausgesprochen, heißt es weiter. Zudem habe Dahl eine hervorragende Arbeit in der nun auslaufenden Legislaturperiode geleistet. Statt der üblichen Querelen, wie man sie aus anderen Räten kennt, herrsche im Asbacher Gemeinderat eine Atmosphäre des gegenseitigen Wohlwollens. „Dies ist nicht gleich Einmütigkeit, sondern eher ein fairer Wettbewerb um die besten Ideen“, findet Bernardys Fraktionskollege Alexander Buda (FDP). Dahl habe diesen Ideenwettbewerb geschickt genutzt und eine Fülle von Beschlüssen in den vergangenen Jahren erwirkt, die die Entwicklungsdynamik der Westerwaldgemeinde in der nahen Zukunft zum Wohle aller Bürger deutlich beschleunigen würden. Damit sei der Ortschef zur Identifikationsfigur des Rates gewachsen. Man könne sich deshalb seitens der FWG/FDP-Fraktion auch gut vorstellen, dass Dahl nicht nur als „unabhängiger Kandidat“ zur Wahl antritt, sondern als „Bewerber aller Ratsfraktionen“.

Susanne Knauer-Konrady (FWG) hält Dahl als Konstrukteur dieser Parlamentsharmonie zugute, dass er damit die politische Arbeit gerade für Frauen attraktiv gemacht hat. Denn Frauen bevorzugten in der Regel den gepflegten Umgang, statt Intrigen und Machtkämpfe. „Damit empfiehlt sich der Asbacher Rat besonders für weibliche Kandidaten bei der kommenden Kommunalwahl“, findet sie.

Aus: RZ Kreis Neuwied vom Freitag, 3. August 2018, Seite 23