Schulz verkennt die echten Probleme

Christian Lindner übt Kritik an der Rhetorik von Martin Schulz
Christian Lindner übt Kritik an der Rhetorik von Martin Schulz

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz zeichnet gern das Bild eines ungerechten Deutschlands. FDP-Chef Christian Lindner kritisiert diesen Ansatz. Im Interview mit den Stuttgarter Nachrichten warf Lindner Schulz vor, teils mit falschen Fakten zu arbeiten. Weder eine weitere Ausdehnung des Wohlfahrtsstaats à la Schulz noch die Merkel'sche Vorstellung von selbstverständlichem Wohlstand ist in Lindners Sicht die richtige Strategie. "Wir hingegen stellen die Frage, wovon wir morgen leben wollen. Wir müssen über Wettbewerbsfähigkeit, die Qualität unseres Bildungssystems und über Investitionshemmnisse reden", forderte er.

Für einen 50-Jährigen sei es heute viel leichter als früher einen Arbeitsplatz zu finden, so der FDP-Bundesvorsitzende weiter. "Die große Gefahr für diese Menschen ist, lange in die Qualifikationsmaßnahmen von Herrn Schulz gesteckt zu werden und so im längsten Fall 48 Monate weg zu sein vom Arbeitsmarkt", unterstrich Lindner. Wenn es ein Gerechtigkeitsproblem gebe, dann sei das die verfestigte Langzeitarbeitslosigkeit bei Hartz IV. "Die wird man nur auflösen, wenn man den Arbeitsmarkt flexibler macht und für Hartz-IV-Empfänger endlich Leistungsgerechtigkeit organisiert", ist er überzeugt.