FDP: Zukunft des Schlosstheaters langfristig sichern

v.l.n.r.: Walter Ullrich, Helga Lerch, MdL., Bernd Altmann, Dr. Christoph Beck, Sabine Laskowski, Paul Peter Baum, Dr. Peter Barth, Dr. Tobias Kador, Alexander Buda
v.l.n.r.: Walter Ullrich, Helga Lerch, MdL., Bernd Altmann, Dr. Christoph Beck, Sabine Laskowski, Paul Peter Baum, Dr. Peter Barth, Dr. Tobias Kador, Alexander Buda

Neuwied. Viel Wirbel gab es in den vergangenen Wochen um die Landesbühne Rheinland-Pfalz in Neuwied. Das Kultusministerium hatte Mittelkürzungen angekündigt und einen Strukturwandel des Schlosstheaters eingefordert. Nach starken Protesten aus Neuwied lenkte das Ministerium nun ein und kündigte an, wenigstens für die laufende Spielzeit die ausfallenden Gelder mit sogenannten „Projektmitteln“ aufzustocken.

Bei einem intensiven Meinungsaustausch zwischen Intendanten Walter Ullrich, Geschäftsführer Dr. Christoph Beck, Stiftungsleiter Dr. Peter Barth mit der kulturpolitischen Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, Helga Lerch, Kreis- und Bezirksvorsitzender der Liberalen Alexander Buda und weiteren Vertretern der örtlichen FDP im Schlosstheater Neuwied, wurden die Ankündigungen des Ministeriums für die langfristige Zukunft des Schlosstheaters als unzureichend empfunden.

 „Unsere Arbeit wird in Mainz nicht anerkannt“, brachte es der langjährige und äußerst erfolgreiche Intendant des Schlosstheaters Ullrich auf den Punkt. Das Theater habe eine sehr hohe Auslastung mit vielen Abonnements und sei ein kultureller Eckpfeiler der Region. „Wir waren und sind bestrebt Theater für das Publikum zu machen und verfolgen auch im Hinblick auf die Schulen im ländlichen Raum einen klaren Bildungsauftrag“, so Intendant Ullrich.

Die kulturpolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, Helga Lerch, versprach, sich in den Landtagsgremien für den Fortbestand des Theaters stark zu machen. „Feste Haushaltsansätze  bieten eine größere Planungssicherheit als Projektzuschüsse“, so Lerch. Sie sprach sich ferner dafür aus, personelle Fragen um den Intendantenwechsel nicht mit inhaltlichen Fragen zu vermischen. Zudem habe man von Landesseite immer wieder betont, die Inhalte und damit die Freiheit der Kunst nicht beeinflussen zu wollen.

FDP-Chef Buda betonte, dass Schauspielhäuser immer einen Zuschussbedarf hätten, aber mit Blick auf das Schlosstheater Neuwied man sich nicht vertun solle, da es als eines der wirtschaftlichsten Häuser im Land gilt. So benötige Neuwied einen Betriebsmittelzuschuss von knapp zehn Euro pro Besucher. Städtische Theater in Mainz, Trier, Koblenz und Kaiserslautern hingegen hätten einen Zuschussbedarf von über 150 Euro pro Gast. Hier nun an die Substanz wirtschaftlich funktionierender Theater gehen zu wollen und hochdefizitäre Häuser weiter Übergebühr zu fördern macht weder Sinn, noch sei es gerecht. Dies offenbare auch eine Ungleichbehandlung zwischen den ländlichen Raum und den Großstädten seitens der Politik. Buda erinnerte daran, dass alle Parteien es als Ziel definiert hätten, für gleiche Lebensbedingungen überall im Land Sorge tragen zu wollen. Das müsse auch das Ministerium anerkennen und umsetzen. Genauer betrachtet wäre es in diesem Sinne angebracht der Landesbühne Rheinland-Pfalz in Neuwied nicht die Mittel zu kürzen, sondern aufzustocken, um den langfristigen Erhalt des erfolgreichen Schauspielhauses zu sichern, sagte Buda, „Lasst uns in Frieden weiterarbeiten“, brachte es Intendant Ullrich abschließend auf den Punkt.