FDP will bei jungen Unternehmern punkten

Podium Lencke Steiner zu Gast in Asbach – Störmer und Kador stellen ihre Ideen vor

 

Asbach. Ist die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Politik zu schwierig geworden? Um diese Frage drehte sich eine Veranstaltung, zu der der FDP-Kreisverband am Freitagabend ins Asbacher Bürgerhaus eingeladen hatte. „Gute Wirtschaft – trotz Politik?!“, so die Überschrift des Abends, bei dem die Partei nicht nur ihre Wahlkämpfer aus dem Bezirk vorstellte, sondern auch mit der Unternehmerin Lencke Steiner ein aus dem Fernsehen bekanntes Gesicht auf dem Diskussionspodium präsentierte.

Sind die Hürden für Unternehmer und Gründer zu hoch? Und herrscht in Deutschland eine Kultur des Scheiterns? Die Podiumsrunde, die die stellvertretende FDP-Landesvorsitzende Daniela Schmitt als Moderatorin begrüßen konnte, muss es wissen: Lencke Steiner, bei der FDP aktiv als Fraktionsvorsitzende im Bremer Landtag, ist Unternehmerin und bundesweit bekannt als Investorin aus der TV-Show „Die Höhle der Löwen“. In die Politik kam sie als Quereinsteigerin: „Mir fehlte bei Politikern das Interesse am Mittelstand und an einer neuen Generationengerechtigkeit. Und wenn es keiner macht, dann muss man es halt selber machen, auch außerhalb der Stammtische.“ Ihrer Meinung nach sind andere Länder „gefühlte 20 Jahre weiter“ in Sachen Bildung und Mitarbeiterqualifizierung. Für Gründer und junge Unternehmer in Deutschland wird es dagegen immer schwerer, Finanzierungen und Unterstützung zu finden, während das Thema Wirtschaft aus praktischer Sicht in den Schulen nicht oder nur unzureichend angefasst wird.

Auch Steven Wink, Landesvorsitzender der Jungen Liberalen, hat Erfahrungen als Unternehmer: Seiner Meinung nach leidet der Mittelstand im ländlichen Raum vor allem an schlechter Anbindung an den Verkehr und mangelnder Breitbandversorgung. Die „teilweise katastrophalen Rahmenbedingungen“ kennt auch Rehan Ahmed Khan: Das Vorstandsmitglied bei den „Jungen Unternehmern“ im Regionalkreis Mittelrhein ist Geschäftsführer eines IT-Dienstleisters und stellt immer wieder fest, dass es Förderungen oft nur für große, etablierte Unternehmen gibt, während Start-ups oder Familienunternehmen auf Nachfolgersuche auf der Strecke bleiben.

Genug Ansatzpunkte für politische Arbeit, fanden die Podiumsteilnehmer. Der jungen Generation wollen sie helfen, ihren Drive nutzen und neue Wertschöpfungsketten etablieren zu können.

Natürlich nutzte die FDP den Abend auch, um ihre Kandidaten im Rennen um die Landtagsplätze zu präsentieren: Insgesamt neun Wahlkämpfer aus dem Bezirk Koblenz stellten sich den Gästen vor, darunter auch Dr. Tobias Kador (Linz/Rengsdorf) und Sven Störmer (Neuwied). Während Kador sich für die europäische Idee im Sinne Hans-Dietrich Genschers einsetzen will, liegen Störmer Schulen und die Verringerung von Unterrichtsausfällen am Herzen. ago

Aus: RZ Kreis Neuwied vom Montag, 29. Februar 2016, Seite 27