Nicht nur auf das Herz hören, sondern auch auf den Kopf

Die Bundesrepublik braucht angesichts der aktuellen Herausforderungen Optimismus und Engagement statt populistischen Parolen und Zaudern, stellt FDP-Chef Christian Lindner im Interview mit dem "Stern" klar. "Wir glauben, dass die besten Zeiten noch kommen, wenn wir den Menschen die Freiheit lassen, Chancen zu gestalten. Ihre Kreativität, ihr Verantwortungsgefühl und ihr Gründergeist dürfen nicht durch maßlose Politik gefesselt werden", erläuterte Lindner.

Die Freien Demokraten hätten sich auf ihre Kernkompetenzen besonnen, verdeutlichte der FDP-Chef: "Diese Besinnung auf den Einzelnen haben wir durchdekliniert." Dabei sei das Augenmerk auf das Thema Bildung gefallen – die "vernachlässigte Schlüsselfrage der Zukunft". Der marode Zustand vieler Schulgebäude, Unterrichtsausfall oder die mangelnde Digitalisierung im Klassenzimmer seien nur einige der Kritikpunkte der FDP.

"Wenn wir Bildungsweltmeister werden wollen, dann müssen wir den digitalen Wandel vollziehen", forderte Lindner. Darüber hinaus müsse die deutsche Form des Bildungsföderalismus abgeschafft werden: "Deutschlands Bildung braucht mehr Mobilität statt kleinteiliges Durcheinander. Der Bund sollte diese Modernisierung mitfinanzieren. Nötig sind gemeinsame Bildungsstandards für das Abitur und alle anderen Abschlüsse."

Deutschland brauche ein Update, konstatierte der FDP-Chef. "Noch freuen wir uns an unserer Stärke. Es wird jedoch zu wenig investiert, die Infrastruktur verschleißt, unsere Wettbewerbsfähigkeit sinkt. Wenn wir nichts tun, spricht man vielleicht schon bald von einer Deutschlandkrise."

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