Europa darf sich nicht spalten lassen

Christian Lindner mahnt zu Offenheit und innerer Liberalität
Christian Lindner mahnt zu Offenheit und innerer Liberalität

In Paris haben bewaffnete Islamisten auf Zivilisten geschossen, aber auch die Offenheit der europäischen Gemeinschaft ins Visier genommen. FDP-Chef Christian Lindner warnte davor, den Extremisten in die Hände zu spielen. "Es ist ja auch ein Ziel der Terroristen, Europa zu spalten", gab er im "Cicero"-Interview zu bedenken. Deswegen sei es umso wichtiger, sich nicht auf das Schüren von Ressentiments einzulassen. "Radikalisierung und Fremdenfeindlichkeit sind Bedrohungen unserer Freiheit von innen", unterstrich er.

Es wäre ein dramatischer Irrtum, den Zusammenhalt Europas für selbstverständlich zu nehmen, so Lindner weiter: "Ich halte die Europäische Union für bedroht. Überall entstehen neue Nationalismen." Europa müsse sich bewähren in der Achtung vor gemeinsam verabredeten Regeln und an der fairen Verteilung von Lasten, forderte der Freidemokrat. "Europa hat Zukunft, wenn wir das stark machen, was in seinen Verträgen steht: offene Gesellschaft, Rechtsstaatlichkeit, Demokratie, Marktwirtschaft."

Wer Freiheit für Sicherheit aufgibt, wird beides verlieren

Lindner befürwortete außerdem eine Debatte über die technische und personelle Ausstattung der Sicherheitsbehörden sowie über den Schutz der europäischen Außengrenzen und eine gemeinsame Außenpolitik. "Ich bezweifele aber, dass schärfere Gesetze nötig sind", machte der FDP-Chef klar. "Wenn wir alle in Einzelzellen sitzen würden, dann hätten wir maximale Sicherheit, aber keine Freiheit. Die Feinde der Freiheit hätten doch schon gewonnen, weil wir selbst sie aufgeben." Er rief die Gesellschaft auf, aus der Trauer die Kraft zu entwickeln, ihre innere Liberalität entschiedener denn je zu verteidigen.

Lesen Sie hier das gesamte Interview.

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