Bedrohen Windkraftanlagen die Kraniche?

Liberale beim Wandern am Asberg
Liberale beim Wandern am Asberg

Auf Initiative der FDP in Siebengebirge (Bad Honnef, Königswinter, Rheinbreitbach, Neuwied, Ahrweiler) fand am Samstag eine Wanderung in Kooperation mit den Bürgerinitiativen Romantischer Rhein und Pro Naturpark pur sowie der UWG zum geplanten Areal des Windparks am Auge Gottes statt. Hier sollen sich demnächst 5 Windkraftanlagen an der Landesgrenze zu NRW mit 200m Höhe drehen. Nach Ansicht dieser Initiativen droht damit der einzigartigen Schönheit des Siebengebirges durch die geplanten gigantischen Anlagen erheblicher Schaden.

Neben vielen sachlichen Informationen über die Windkraftanlagen (WKA) am Auge Gottes konnten sich die 70 Bürger, darunter die Kreisvorsitzenden der FDP Alexander Buda und Jürgen Peter, von 93 dB der Lautstärke eines Windkraftwerkes einen Eindruck vor Ort machen.

 

Dr. Roland Kohler von der Bürgerinitiative Romantischer Rhein erläuterte den Stand der gutachter-lichen Beurteilung der Potentialflächen und Konzentrationszonen zur Bestimmung der Standorte für Windkraftanlagen (WKA). Die Hauptgutachten der VG Unkel bestätigten den überwältigenden Arten-reichtum der Potentialflächen vom Asberg bis zum Auge Gottes. Die trotz großflächiger Ausschluss-gebiete noch ausgewiesenen 5 Standorte WKA westlich und östlich des Auge Gottes wurden von den Stellungnahmen des BUND, des Rhein-Sieg-Kreises, des BMU und den Experten der Bürger-initiativen als völlig ungeeignet für WKA beurteilt. Gründe dafür seien, dass die Gutachten an ent-scheidender Stelle grundlegende systematische Fehler der artenschutzfachlichen Untersuchungen aufwiesen. Auch seien geschützte Arten und Vogelzüge nicht berücksichtigt worden. Ebenso fehler-haft sei das Landschaftsgutachten. Auch die Bedeutung des Gebietes als Naherholungsraum für die Bevölkerung und seine touristische  Potentialentwicklung sowie seine exponierte Lage am Tor zum romantischen Rhein verbieten die Nutzung des besonders artenreichen und intakten Naturraumes für Windkraftanlagen. Diese Faktenlage konnte auch Mirihjana Lautenschläger von der UWG bestätigen und forderte die Bürger auf sich an der Anhörung am 10.11.im Vorteilcenter zu beteiligen.

 

Eine Bürgerin fragte nach, ob die Kraniche, die in den Süden ziehen, ausreichend vor den Rotoren der WKA geschützt seien. Dr. Kohler stellte fest, dass bisher im Siebengebirge die bevorzugten Flugstrecken nicht identifiziert wurden und es auch noch keine ausreichende Beurteilung der Auswirkungen von geplanten und vorhandenen Windparks auf den landkreisweiten Kranichzug gäbe. Micaela Orgeldinger verwies darauf, dass für den Bau einer einzigen WKA 250 LKW-Ladungen Beton verbaut werden müssten. Roland Kohler ergänzte, dass es für diese Transporte Straßen einer Tragfähigkeit von 45 Tonnen und eines Kurvenradius von 38 Metern bedürfe.

 

Ralph Lorenz, der zweite Vorsitzende des Landesfachausschusses der Freien Demokraten für Umwelt, Natur, Land- und Forstwirtschaft sieht den Dreiklang der Multifunktionalität des Waldes in Gefahr: Nutzen – Schützen – Erholen. In einem Wald, in dem keine Bäume mehr stünden, könne kein Holz genutzt werden, Regenwasser würde durch Betonfundamente nicht gefiltert, wie es ein intakter Waldboden tue. Stahltürme seien nicht Photosynthesetauglich und spenden keinen Sauer-stoff. Infraschall und Licht-Schatten Wechsel der Rotoren vertreiben Tiere aus dem Wald und bieten keinen Erholungswert. Gerade in unserer so dicht besiedelten Region müssten wir auf Naher-holungsgebiete größten Wert legen.

 

Die Organisatorin dieser Initiative, Martina Ihrig von der FDP in Bad Honnef, legte noch einmal nahe, dass es gerade jetzt, die Bürger in ihrem Widerstand gegen die WKA nicht nachlassen dürfen. Die Fraktion der FDP in Bad Honnef stellt diese Woche in den Ausschüssen und im Rat den Antrag über eine Resolution gegen WKA am Auge Gottes abzustimmen.

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